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Edelsteine    Entstehung     Fundorte     Carat     Härte     Farbe    Nachahmungen

Edelsteine:

Definition " Edelsteine ": Edelsteine sind Mineralien. Die Vorsilbe " Edel " ist eine Auszeichnung von Mineralien mit folgenden Eigenschaften:
Seltenheit:  kleine Mengen und teils kleine Kristalle 
Schönheit: Farbe, Durchsichtigkeit, Glanz 
Beständigkeit:  Härte ( 7 - 10 Mohsische Härteskala) 
Entstehung:
Mineralien können sich auf verschiedene Weise bilden. Einige entstehen aus glutflüssiger Schmelze und Gasen im Erdinnern oder aus den vulkanischen aufgedrungenen Laven an der Erdoberfläche (magmatische Mineralien). Andere werden aus wässrigen Lösungen ausgefüllt oder wachsen unter Mithilfe von Organismen an oder nahe an der Erdoberfläche (sendimentäre Mineralien) .Schliesslich bilden sich neue Mineralien durch Umkristallisation schon vorhandener Mineralien ,infolge grossem Druck und hoher Temperaturen in tieferen Lagen der Erdkruste. ( metamorphe Mineralien ). 
Fundorte:
Edelsteine werden praktisch auf der ganzen Welt gefunden, aber die bedeutesten Orte sind:
Südliches Afrika, Süd- und Südostasien, Brasilien, Ural, Australien und die Gebirgszonen der USA
Carat  (ct.):
Gewichtseinheit für Edelsteine   1 Carat ( ct.) = 1/5 gr. oder 0,2 gr. (nicht zu verwechseln mit  Karat bei Gold)  Reines Gold = 24 Kt. Schmuck wird in der Schweiz üblicherweise aus 18 Kt. Gold gefertigt .Es besteht 75% aus reinem Gold +  mit/oder Silber, Kupfer, Palladium).
Der Name kommt von dem Samenkorn ( Kuara ) des afrikanischen Korallenbaumes oder von dem Fruchtkern ( gr. keration ) des Johannisbrotbaumes . Ab ca. 1907 wurde das Carat in Europa und USA eingeführt.
Härte:
Die Härte Ritzhärte( Mohs ) Vergleichsmineral Einfache Härteprüfmittel Schleifhärte( Rosiwal )
1 Talk mit Fingernagel schabbar 0,03
2 Gips mit Fingernagel ritzbar 1,25
3 Calcit mit Kupfermünze ritzbar 4,5
4 Fluorit mit Messer leicht ritzbar  5,0 
5 Apatit mit Messer noch ritzbar 6,5
6 Orthoklas mit Stahlfeile ritzbar 37
7 Quarz ritzt Fensterglas 120
8 Topas ritzt Quarz 175
9 Korund ritzt Topas 1 000
10 Diamant ritzt Korund 140 000
Farbe:

Die Farben der Edel- und Schmucksteine entstehen durch die Sinneswahrnehmung des Auges von elektromagnetischen Schwingungen bestimmter Wellenlängen.  Das menschliche Auge nimmt nur den Wellenbereich von 750 bis 380 nm wahr.  Dieser Bereich gliedert sich in mehrere Sektoren bestimmter Wellenlängen mit den dazugehörigen Farben, den sogenannten Spektralfarben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett.

Die Mischung aller dieser Farben macht das weiße Licht aus.  Wird nur ein Wellenbereich (d. h. auch die zuständige Farbe) aus dem Gesamtspektrum absorbiert, ergibt sich aus dem übrigbleibenden Gemisch eine ganz bestimmte Farbe, aber keinesfalls Weiß.  Werden alle Wellenlängen von einem Edelstein durchgelassen, ist der Stein farblos.  Wird dagegen alles Licht absorbiert, erscheint der Edelstein schwarz.  Wird von allen Wellenlängen gleich viel absorbiert, ist der Stein trübweiß oder grau.

Bei den Edel- und Schmucksteinen sind es vor allem die Metalle und deren Verbindungen, insbesondere Chrom, Eisen, Kobalt, Kupfer, Mangan, Nickel und Vanadium, die gewisse Wellenlängen des weißen Lichts absorbieren und damit farbgebend wirken.

Bei Zirkon und Rauchquarz ist keine Fremdsubstanz für die Farbe verantwortlich, sondern eine Deformation des inneren Aufbaus (des Raumgitters) infolge kurzwelliger Strahlen der Atmosphäre (der sogenannten Höhenstrahlung), wodurch es zu einer selektiven Absorption kommt, zu einer Änderung der ursprünglichen Farbe. 

Auch die Länge des Lichtwegs durch den Kristall beeinflusst die Absorption und damit die Farbe.  Deshalb muss man beim Schleifen versuchen, diese Tatsache vorteilhaft zu nutzen.  Hellfarbige Steine erhalten dickere Körper und/oder eine solche Facettenanordnung, dass sich die Farbe mit Hilfe des längeren Absorptionswegs vertieft.  Bei zu dunklen Farben muss der Stein dünn gehalten werden.  Der dunkelrote Almandin-Granat z.B. wird daher vielfach an der Unterseite ausgehöhlt. 

Kunstlicht hat auf die Farbe der Edel- und Schmucksteine insofern einen Einfluss, als es gewöhnlich anders als das Tageslicht zusammengesetzt ist.  Es gibt Edelsteine, deren Farbe bei Kunstlicht ungünstig beeinflusst wird (z.  B. Saphir), und solche, die bei künstlichem Licht besonders strahlend wirken (z.  B. Rubin und Smaragd).  Am auffälligsten ist ein derartiger Farbwechsel (Changieren genannt) beim Alexandrit.  Bei Tageslicht ist er grün, abends bei Kunstlicht rot.  Obwohl die Farbe bei den Edelsteinen eine große Rolle spielt, kennt man, keine praktische Methode einer objektiven Farbbeurteilung ausser beim Diamanten.  Farbvergleichstafeln sind nur spärlicher Ersatz, der subjektive Spielraum ist sehr groß.  Die in der Wissenschaft angewendeten Meßmethoden zur Farbbestimmung sind für den Handel zu aufwendig. 

Nachahmungen:
Versuche Edelsteine nachzuahmen sind alt. Die Ägypter waren vielleicht die Ersten, die mit Glas und Glasuren wertvolle Stein vortäuschten. 1758 entwickelte ein Wiener, Joseph Strasser, eine Glassorte, die sich schleifen liess und dem Diamanten äusserlich ähnlich war. Heute noch bekannt unter dem Namen "Strass". Man unterscheidet im Edelsteinhandel zwischen "Imitationen" (Nachahmungen aus fremdartigem Material) und "Synthetisch"(Nachahmungen ,die aus dem gleichen Material sind wie echte Edelsteine ,sind aber von Menschenhand gezüchtet). Dem französischen Chemiker A. V. Verneuil gelang es am Ende des vorigen Jahrhundert synthetische Rubine - wirtschaftlich nutzbar - zu züchten. 


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