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Gold Platin Palladium Rhodium Silber Punzieren
Die Metalle: Metalle gehören zu den Mineralien, die als freie Elemente oder in Verbindungen vorkommen und in der festen Erdkruste zu finden sind. Entdeckt man sie in dem uns bekannten metallischen Zustand, spricht man von «freien» und gediegenen» Vorkommen, findet man sie dagegen in Verbindung mit den verschiedensten chemischen Elementen wie Sauerstoff, Schwefel, Arsen usw. nennt man sie Verbindungen oder «Erze». Mit Ausnahme des Quecksilbers sind die Metalle bei normaler Temperatur feste Körper, undurchsichtig, schmelzbar, mehr oder weniger dehnbar und leitfähig für Wärme und Elektrizität. Spezifisches Gewicht, auch Dichte genannt von 19,5 bei Gold, zeigt an, dass 1 cm' Gold 19,5 mal schwerer ist, als 1 cm' destilliertes Wasser bei 4 Grad Celsius. Bei einem spezifischen Gewicht unter 5 spricht man von Leichtmetallen, Schwermetalle dagegen sind bei einer Dichte über 5 zu finden.
Gold:
Spezifisches Gewicht: 19,5
Schmelzpunkt: 1064 grad (Feingold)
Fundorte: Südafrika, Kanada, Nordamerika, Australien, Russland
Feingold (vollständig reines Gold) ist sehr weich und außerordentlich dehnbar.So lässt sich zum Beispiel 1 g zu einem 1 km langen Draht ausziehen. Es lässt sich zu Blattgold von nur 2/1000 mm Dicke ausschlagen. Weil sich weiche Metall nicht für die Verarbeitung von Schmuck eignen würde, wird es mit anderen Metallen zusammengeschmolzen, also wie der Fachausdruck sagt, legiert. Dadurch erhält man nicht nur eine Härtesteigerung und Preissenkung, sondern kann auch noch die Farbe beeinflussen. Gold lässt sich sehr schön polieren, verändert in der Luft die Farbe nicht und ist gegen einfache Säuren widerstandsfähig. Einzig das «Königswasser», eine Mischung von 3 Teilen Salz und 1 Teil Salpetersäure, löst Gold auf.
Obwohl tatsächlich nicht alles Gold ist, was glänzt, ist dieses edle Metall doch schon seit Jahrtausenden bekannt. Viele Naturvölker, auch die Ägypter, verwendeten das gelbe Metall. Nicht immer wurde das Gold nur zu schmückenden Zwecken geschätzt, oft wurde es als Symbol der Sonne, als göttliches Metall verehrt. Seiner Seltenheit, Schönheit und Widerstandsfähigkeit wegen wurde das Gold zu allen Zeiten sehr hoch eingeschätzt.
Gold wird gediegen - in metallischer Form, fast rein gefunden, wobei man zwei Arten unterscheidet:
Berggold (primäre Lagerstätten): meist Adern in Quarz. Abbau bergmännisch, Untertagbau in Stollen.
Seifengold (sekundäre Lagerstätten): das von der Verwitterung abgetragene Berggold wird von Bächen und Flüssen fortgeschwemmt und in den Tälern in Flussvertiefungen abgelagert. Hier findet man im Tagbau von Hand oder mit besonderen Baggerschiffen kleine Körnchen bis baumnussgroße Stücke (Nuggets).
Die Entstehung des Goldes
Die Entstehung des Goldes fällt mit der unseres Planeten zusammen. Um ein konkretes Beispiel dasjenige Südafrikas zu nennen: die Experten schätzen, dass sich die Goldadern vor 2500 Millionen Jahren gebildet haben. In der ersten Zeit nach der Entstehung der Erde, als sich noch keine Kontinente gebildet hatten, zehrten unvorstellbare Naturkräfte Druck, Vulkane, Kälte und Hitze an den sich bildenden Gebirgen. Mit Gold durchsetzte Elemente wurden durch Gletscher und Flüsse in ein Binnenmeer getragen, das sich in der Gegend des heutigen Transvaal gebildet hatte.
Nach einer Zeitspanne von mehreren Millionen Jahren verschlammte dieses Meer und verschwand. Schlamm, Sand, Erde und Felsen, die sich im Laufe der Jahre auftürmten, bedeckten die Sedimentschichten, teilweise bis zu einer Höhe von 7000 m.
Goldlegierungen:
Die Legierungen enthalten in der Regel
Weißgold 750 (18 K) Gelbgold 750 (18 K) Rotgold 750 (18 K)
750/000 750/000 750/000
75 % Feingold 75 % Feingold 75 % Feingold
16 % Palladium 12,5% Silber 5 % Silber
9 % Div. 12,5 % Kupfe 20 % Kupfer
In der Praxis gibt es selbstverständlich viel mehr Legierungen. Nebst dem normalen Gelbgold wird in der Uhrenindustrie häufig eine blassgelbe Legierung verwendet. Zwischen Gelb- und Rotgold gibt es die Rosa-Goldlegierungen.
Platin:
Spezifisches Gewicht: 21,45
Schmelzpunkt: 1772 grad
Fundorte: Kanada, Südafrika, Alaska, Russland, Kolumbien
Legiermetalle für Platin: Palladium, Iridium, Kupfer.
Verwandte Platinmetalle: Palladium, lridium, Rhodium, Ruthenium, Osmium.
Schon den Ägyptern und den Inkas war das Platin bekannt. Dieses seltene Metall wurde im Laufe der Zeit häufig mit Silber verwechselt. Aufgrund einer solchen Verwechslung beruht auch der heutige Name Platin vom spanischen «Platina» = Silber.

Platin wird meistens gediegen oder in Verbindung mit anderen Platinmetallen gefunden. Es ist annähernd so geschmeidig wie Gold. Platin ist in heißem Königswasser löslich.

Zur Verarbeitung wird Platin immer 950/000 legiert. Stempel PT 950.

Palladium:
Spezifisches Gewicht: 11,8
Schmelzpunkt: 1554 grad
Fundorte: Kanada, Südafrika, Russland
Palladium wurde früher häufig als Platinersatzmetall verwendet. Heute wird es vor allem als Legiermetall für gute Weißgolde und für Platin gebraucht. Es ist löslich in heißem Königswasser.
Rhodium:
Spezifisches Gewicht: 12,41
Schmelzpunkt: 1963 grad
Fundorte: Kanada, Südafrika, Russland
Rhodium eignet sich nur für galvanische Oberzüge auf Weissjuwelen und Silber, damit diese strahlend weiss aussehen. Es ist auch in Königswasser unlöslich.
Silber:
Spezifisches Gewicht: 10,5
Schmelzpunkt: 960 grad
Fundorte: Mexiko, Peru, USA, Kanada, Australien, Russland
Silber ist ein Edelmetall von reiner, weißer Farbe. Von allen Metallen leitet Silber Elektrizität und Wärme am besten. Das geschmeidige Edelmetall ist sehr gut schmied- und dehnbar und eignet sich somit vorzüglich als Werkstoff für handgearbeitete und industriell erzeugte Gebrauchs- und Ziergegenstände.

Dank den geschätzten Eigenschaften des Silbers: Farbe, hoher Glanz, Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse, wird dieses Edelmetall häufig als Auflage auf anderen Grundmetallen verwendet.

Silber findet man selten in reiner (gediegener) Form, sondern meist als Neben- oder Beiprodukt (über 80%) aus Verbindungen mit Blei, Zink, Kupfer, Zinn, Gold, Nickel, Kobalt und Uranerz.

Die silberhaltigen Erze werden in Hüttenwerken auf schmelzflüssigem oder chemischem Wege verarbeitet. Das so entstehende «Blicksilber» wird heute meist elektrolytisch raffiniert, was ein Feinsilber von größter Reinheit ergibt.

In reinem Zustand kann Silber für gewerbliche Zwecke nicht verwendet werden, weil es viel zu weich und verletzbar ist. Es ist zum Beispiel so weich, dass es mit einem normalen Messer leicht angekratzt werden kann und eine Gabel leicht gebogen werden könnte.

Silber muss daher vor der Verarbeitung legiert werden und zwar wird es mit Kupfer zusammengeschmolzen und erhält dadurch die gewünschte Härte. In der Schweiz zulässig sind die Legierungen 0,800 und 0,925. Andere Legierungen müssen mit dem nächstniedrigeren Feingehaltstempel punziert werden. Auch die Bezeichnung «Sterling» ist ungenügend und muss mit 0,925 vervollständigt werden.

Neben der Verwendung als Münzmetall sowie beim Gold und Silberschmied wird heute Silber, für industrielle Zwecke verwendetet. Zum Beispiel in der Fotoindustrie (Silberbromid), die Elektroindustrie (Schaltkontakte), und die metallverarbeitende Industrie (Silber-Hartlote). Nicht zu vergessen ist die Zahnheilkunde und auch in der Medizin und Hygiene spielt Silber,dank seiner bakterientötenden Wirkung ,eine Rolle.

Punzierung: Staatliche Vorschriften regeln den Handel mit Edelmetallen. Dem Bundesgesetz über die Kontrolle des Verkehrs mit Edelmetallen und Edelmetallwaren, vom 20.6 1933, sind folgende wesentliche Punkte entnommen:

Jedes in der Schweiz hergestellte oder verkaufte Schmuckstück muß punziert (gestempelt) sein mit: Feingehaltsstempel+ Verantwortlichkeitsmarke.

Alle Feingehaltsangaben müssen in Tausendstel (Promillen) erfolgen.

Z. B. 750 oder 750/000 entsprechen einem Feingoldgehalt von 750 Promillen, oder 75%. Früher erfolgte die Feingehaltsangabe in Karaten. 24 K entsprach also Feingold ,also 1000/000 oder 100%

Feingehaltsangaben in Karat dürfen auf freiwilliger Basis in Verbindung mit der Gehaltsangabe in Promille verwendet werden, haben aber keine gesetzliche Gültigkeit. Um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Edelsteingewicht (1 ct. = 0,2 g) zu vermeiden, ist die Schreibweise gesetzlich festgelegt:

Für Gold: K
Für Edelsteine: ct.

Alle goldhaltigen Legierungen mit einem Feingehalt unter 375/000 müssen als Goldersatzmetall, also als unecht gehandelt werden.

Die gesetzliche «Verantwortlichkeitsmarke» nennt man auch Meisterzeichen oder Beschauzeichen.

Mit diesem, beim eidg. Amt für geistiges Eigentum und bei der Oberzolldirektion in Bern hinterlegtem Zeichen, haftet der Hersteller oder der Händler für den punzierten Feingehalt.

Unten Sehen Sie meine Verantwortlichkeitsmarke und wie ein echter Kaufmann gestempelt ist.

Stempel
In der Schweiz sind folgende Punzierungen für Gold, Platin, Palladium, und Silberlegierungen zugelassen.
Feingehaltsstempel + Verantwortlichkeitsmarke Alte Bezeichnung
Für Gold 750 750 Logo 18 K
Gold 585 585 14 K
Gold 375 375 9 K
Platin PT950
Palladium Pd950
Silber 925
Silber 800


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